Aktivitäten

Denkmail Nr. 48 – Frieden oder Krieg? Menschliche Ethik für Künstliche Intelligenz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

auf der weltbekannten Hannover Messe wurden von deutschen Rüstungsunternehmen innovative Produktionstechnologien „zur Unterstützung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ ausgestellt. Friedensaktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Religionsvertreter*innen warnen seit Jahren vor Kriegsgefahr durch neue automatisierte Waffensysteme und Künstliche Intelligenz (KI).  Statt Waffen-Shows brauchen wir einen gesellschaftlichen Dialog, der KI in den Rahmen menschlicher Ethik stellt.

KI ist dabei, die Welt zu verändern: Wissenschaft, Wirtschaft, Geopolitik. Auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) spielt das  Thema eine Rolle, aber einseitig fokussiert auf militärische und kriminelle Nutzung. Das von MSKverändern vorgeschlagene Side Event „From Cyberwar to Cyberpeace“ über die ethischen Dimensionen und friedensfördernden Potenziale von KI wurde von der Konferenzleitung leider nicht aufgegriffen.

Während KI in Kriegsführung und im digitalen Wettbewerb der Großmächte analysiert wird, fehlt bislang eine Verknüpfung mit Erkenntnissen aus Friedensethik, Philosophie und Theologie. Ebenso mangelt es an der Berücksichtigung von Perspektiven aus dem Globalen Süden. Wenn man bedenkt, welches globale zerstörerische Potenzial KI und ihre militärische und kriminelle Nutzung haben, dann ist dieses Defizit kein blinder Fleck, sondern ein veritables Sicherheitsrisiko.

Wichtig wäre ein intensiver Dialog über ethische Fragen zur KI – zwischen Nord, Süd, Ost und West, zwischen Politik, Technologie, Ethik  und Religionsgemeinschaften. Dabei hat mich die nüchterne und fundierte Analyse des Vatikans beeindruckt: Die Rolle menschlicher Entscheidungen bei KI-gestützter Kriegsführung, der enorme KI-Ressourcenverbrauch an Energie und Wasser werden hier dargestellt und abgewogen (Antiqua et Nova, Januar 2025).

Die historisch-transformative Bedeutung von KI wird von Expert*innen mit der Erfindung der Atombombe verglichen. Ich fordere, nicht nur Unsummen für die militärische Nutzung von KI auszugeben, sondern auch in die friedensstiftenden Potenziale von KI zu investieren, z.B. in Bildung, Medizin, Ökologie, Entwicklungszusammenarbeit. Auch für KI muss gelten: Weniger Kriegstüchtigkeit, mehr Friedensfähigkeit!

Und wie denken Sie über „Alexa, ChatGPT und Co“ auf der MSC?

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Bender

Peter Bender ist Politikwissenschaftler und Theologe und im Vorstand von Religions for Peace
Deutschland e.V. Er beteiligt sich regelmäßig am Dialog von MSKverändern mit der
Münchner Sicherheitskonferenz.

Denkmail Nr. 48 – Frieden oder Krieg? Menschliche Ethik für Künstliche Intelligenz Weiterlesen »

Mitgliederversammlung MSKverändern 2026

Am 1.3.2026 hat im Gemeindehaus der Erlöserkirche in München-Schwabing die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins stattgefunden.
Dr. Thomas Mohr, Vorsitzender der Projektgruppe, hat die Versammlung geleitet und nach seiner Begrüßung die Schwerpunkte der Veranstaltung herausgestellt:

  • organisatorische Gestaltung des Vereins
  • Festlegung der inhaltlichen Schwerpunkte
  • Gewinnung neuer Mitglieder und Unterstützer
  • Finanzen

Zudem wurde der Vorstand gewählt:
Dr. Thomas Mohr bleibt weiterhin Vorsitzender des Vereins.
Katharina Rottmayr-Czerny und Matthias Linnemann wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt.

Der Verein wünscht dem Vorstand viel Erfolg bei der weiteren Arbeit!

Mitgliederversammlung MSKverändern 2026 Weiterlesen »

Beobachterinnenberichte MSC 2026

In diesem Jahr haben Dr. Inga Blum / IPPNW und Natalia Jagolski / Universität Leiden für MSKv die Münchner Sicherheitskonferenz besucht. Hier ihre spannenden Berichte:

Beobachterinbericht Dr. Inga Blum

Beobachterinbericht Natalia Jagolski

Zusätzlich zum intensiven Netzwerken konnten die beiden MSC-Beobachterinnen ihren Konferenzbesuch nutzen, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen:

Inga Blum hat sich mit einem Statement zu Atomwaffen in die Panel Diskussion „Under Reconstruction: A World Order for the Next Generation“ eingebracht.

Panel Diskussion A World Order for the Next Generation
(das Statement ist ab Minute 25:00 zu sehen)

Für die Organisation „Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) hat Inga Blum zudem einen (englischsprachigen) Konferenzbericht erstellt:

Arms over norms: Military budgets given priority at security conference

Natalia Jagolski wurde während der Konferenz von BBC News für ein Interview angefragt. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir dieses Interview leider nicht zeigen.

Thomas Mohr (Vorsitzender MSKv) und Christoph Steinbrink (ebenfalls MSKv) wurden von Radio Lora München interviewt. Es ging vor allem um die Frage, ob die MSC und militärische Stärke tatsächlich zu mehr Sicherheit beitragen, und ob es gelingen kann, Einfluss auf die Konferenz zu nehmen. Inga Blum und Natalia Jagolski kommen in diesem Beitrag ebenfalls zu Wort: Was wurde in den nichtöffentlichen MSC-Veranstaltungen diskutiert? Wie sehr wird von einem Kriegsszenario 2029 ausgegangen? Welche Rolle spielen diplomatische Mittel? Und was ist mit menschlicher Sicherheit und der jungen Generation? Das Interview wurde von Kevin Kaisig (Nord Süd Forum München e.V. – für eine solidarische Welt) geführt. Hier der Link zum Interview:

Eine-Welt-Report: Die MSC 2026 – Tanz auf dem Vulkan?

Die Tageszeitung „nd“ hat in ihrem Artikel zur MSC 2026 ausführlich über die Aktivitäten von MSKv berichtet. Dr. Thomas Mohr und Dr. Inga Blum wurden zitiert, Natalia Jagolski namentlich erwähnt. Hier der Link zum Artikel:

Ist die »Waffenbörse« reformierbar?

Hinweis zur Bezahlschranke: „nd“ gehört zu den finanziell angeschlagenen Zeitungen. Wenn man möchte, kann man den Artikel dennoch kostenlos lesen. Es gibt neben den klassischen Abos bei „nd“ aber auch die Möglichkeit, einen einmaligen Betrag zu zahlen.

Beobachterinnenberichte MSC 2026 Weiterlesen »

Nachbetrachtung der MSC-Konferenzbeobachterinnen von MSKv

Wie in den vergangenen Jahren hat MSKv zwei BeobachterInnen zur MSC entsandt.

Unsere diesjährigen Konferenzbeobachterinnen Dr. Inga Blum und Natalia Jagolski haben am 15.2.2026 ihre Eindrücke im Rahmen einer Veranstaltung im Hansa-Haus geschildert.

Infos zu unseren beiden Konferenzbeobachterinnen finden Sie hier.

Hier die Aufzeichnung der Veranstaltung, die von Dr. Thomas Mohr (Vorsitzender MSKv) eröffnet und von Markus Brunnhuber (ebenfalls MSKv) moderiert wurde:

 

Nachbetrachtung der MSC-Konferenzbeobachterinnen von MSKv Weiterlesen »

Rund um die Münchner Sicherheitskonferenz 2026

Am MSC-Wochenende in München können Sie – wie in den Vorjahren – an vielen Veranstaltungen der Friedensbewegung teilnehmen:

Zur Lektüre gibt es wieder unsere aktuelle MSKv-Projektzeitung

Unsere Aktivitäten zur Konferenzveränderung setzen wir auch auf der MSC 2026 vor Ort fort:

 

Rund um die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 Weiterlesen »

Konferenzbeobachtung unseres Vereins bei der MSC 2026

Dr. Inga Blum (Co-Präsidentin IPPNW) und Natalia Jagolski (Junior-Dozentin Universität Leiden) werden in diesem Jahr unsere Beobachterinnen der MSC sein.

Neu als Beobachterin: Dr. Inga Blum

Als Co-Präsidentin der Internationalen Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), freue ich mich sehr, in diesem Jahr als Beobachterin bei der Münchner Sicherheitskonferenz dabei sein zu dürfen. Mein Schwerpunkt liegt auf der wachsenden Atomkriegsgefahr, die durch die aktuellen Kriege und Konflikte und die Aufrüstung aller Atomwaffenstaaten befeuert wird.

Wie wird das Thema auf der MSC diskutiert? Gibt es Ideen für Risikoreduktion und neue Rüstungskontrolle ? Wie wird der Atomwaffenverbotsvertrag bewertet, der die humanitären Folgen von Atomwaffen in den Mittelpunkt stellt und bereits von über 70 % der Staatengemeinschaft unterstützt wird?

Darüber möchte ich mit Konferenzteilnehmer*innen ins Gespräch kommen und gezielt Kontakte aufbauen, mit denen wir für die Stärkung der humanitären Abrüstung weiterarbeiten können.

Neu als Beobachterin: Natalia Jagolski

Als Junior-Dozentin für Sicherheitsstudien an der Universität Leiden und als Fürsprecherin der Jugend-, Friedens- und Sicherheitsagenda (YPS) erlebe ich, dass Sicherheit als ein Thema wahrgenommen wird, das zu ernst sei, um junge Menschen mit einzubeziehen. Gleichzeitig wachsen Erwartungen, dass die junge Generation Verantwortung für nationale Verteidigung übernehmen soll.

Sowohl als Jugendbeobachterin beim Peacekeeping Ministerial und Young Peacebuilder bei der 2. EU YPS-Konferenz bleiben die praktische Umsetzung von Jugendbeteiligung und die Begegnung auf Augenhöhe eine Herausforderung. In Zeiten, in denen die regelbasierte internationale Ordnung infrage gestellt, und der Sicherheitsbegriff zunehmend militärisch definiert wird, ist es daher umso wichtiger, generationengerechte Ansätze für Frieden und Sicherheit zu fördern.

Daher bin ich gespannt, wie sich dieser Paradigmenwechsel auf der MSC widerspiegeln wird, und erhoffe mir, dass junge Menschen als Friedensakteure ernst genommen werden.

Als MSKv sind wir bereits sehr auf die Berichte unserer Konferenzbeobachterinnen gespannt. Bitte notieren Sie sich schon mal Termin und Ort: Nachbetrachtung der MSC 2026

Konferenzbeobachtung unseres Vereins bei der MSC 2026 Weiterlesen »

Beten für den Frieden (SA 14.02.2026) – mit der Projektgruppe MSKv

„Wir beten für die Teilnehmenden der Münchner Sicherheitskonferenz, hochrangige Entscheidungsträger:innen und Meinungsführer:innen aus aller Welt, dass sie den Frieden durch Dialog fördern. Wir erbitten den Beistand Gottes für die Menschen, die in den Krisenherden dieser Welt unverschuldet großes Leid ertragen müssen. Segne uns, Gott, damit wir selbst den Frieden leben und zu echten Partner:innen für unsere Nächsten werden.“

Die einzelnen Gebetszeiten werden von Orden, Hilfswerken, geistlichen Gemeinschaften, Kirchen der ACK München, Vereinen und Initiativen gestaltet.

Termin „Gebetskette“: SA 14.02.26, 13.00 – 18.00 Uhr

Gebetsstunde von MSKv & pax christi: SA 14.02.26, 16.00 Uhr

Ort: Bürgersaal Unterkirche, Neuhauserstraße 14, München

Infos und weitere Angebote „Frieden leben – Gebet zur Münchner Sicherheitskonferenz“ finden Sie auf der Seite der Erzdiözese München und Freising mit explizitem Hinweis auf die Veranstaltung mit unseren Konferenzbeobachterinnen Dr. Inga Blum und Natalia Jagolski:Beten für den Frieden

Beten für den Frieden (SA 14.02.2026) – mit der Projektgruppe MSKv Weiterlesen »

Internationale Münchner Friedenskonferenz 2026

Die Münchner Friedenskonferenz steht in diesem Jahr unter dem Titel „Gegen den Strom der Gewalt“. Es werden wieder bekannte Teilnehmer:innen erwartet, u.a. Kristin Helberg, Deborah Feldman, Simon David Dressler, Dr. Shir Hever.

Die prominenteste Rednerin im vergangenen Jahr, Francesca Albanese, soll von drei belgischen Universitäten (Gent, Brüssel, Antwerpen) mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet werden. Eine interessante Entwicklung vor dem Hintergrund, dass die LMU im Februar 2025 eine Veranstaltung mit Frau Albanese kurzfristig abgesagt hatte.

Am Sonntag, 15.2.2026, 11.00 Uhr, liest Fabian Scheidler aus seinem Buch „Friedenstüchtig – Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen“. In unserer aktuellen Projektzeitung gibt es dazu auf S. 15 eine Buchbesprechung von Christoph Steinbrink.

Schenken Sie der Münchner Friedenskonferenz auch in diesem Jahr wieder Ihre Aufmerksamkeit! MSKv wird mit einem Info-Stand vertreten sein.

Details zum Programm, zum Veranstaltungsort und zur Online-Teilnahme finden Sie hier: friedenskonferenz.info

Internationale Münchner Friedenskonferenz 2026 Weiterlesen »

Unser Aufruf zur Friedensdemonstration anlässlich der MSC

Auch 2026 rufen wir wieder mit einem eigenen Aufruf zur Anti-Siko-Demo auf: „Mit unserer Teilnahme an der Demonstration wollen wir den Fokus auf kreativen und gewaltfreien Protest legen. Wir werben für zivile Konfliktbewältigung und für eine Umwidmung der Rüstungsausgaben in eine nachhaltige, zivile Sicherheitspolitik, wie sie von der Kampagne „Sicherheit neu denken“ aktuell in ihrem Positiv-Szenario 2025-2040 „Die Rolle Europas für den Frieden in der Welt“ beschrieben wird.“

Wie in den letzten Jahren verstehen wir diese Demonstration anlässlich der Sicherheitskonferenz als „Friedenssignal der Zivilgesellschaft“.

Der ganze Aufruf:  Demo-Aufruf MSKv

Auftaktkundgebung:
Sa, 14.02.2026, 13.00 Uhr, Karlsplatz/Stachus.
Anschließend zeitgleich Friedenskette durch die Fußgängerzone und Demo-Zug.

Schlusskundgebung:
ca. 15.00 Uhr, Marienplatz.

Weitere Infos zur Demo „Stoppen wir den Rüstungswahnsinn!“:  Anti-Siko Demo

Unser Aufruf zur Friedensdemonstration anlässlich der MSC Weiterlesen »

Friedensgebet der Religionen

Gemeinsames Gebet für Frieden und Verständigung

Das Friedensgebet der Religionen ist ein zentraler Moment der Besinnung und des gemeinsamen Innehaltens im Rahmen der Münchner Friedenskonferenz 2026. In einer Zeit globaler Krisen, bewaffneter Konflikte und gesellschaftlicher Polarisierung lädt dieses interreligiöse Gebet dazu ein, innezuhalten und gemeinsam ein Zeichen für Frieden, Dialog und Menschlichkeit zu setzen.

Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen, Muslima und Muslime, Bahá’i, Buddhistinnen und Buddhisten kommen zusammen, um aus ihren jeweiligen religiösen Traditionen heraus für den Frieden zu beten. Das Friedensgebet macht die spirituelle Vielfalt sichtbar und betont zugleich das Gemeinsame: die Verantwortung aller Religionen für Gewaltfreiheit, Mitgefühl und ein respektvolles Zusammenleben.

Sonntag, 15. Februar 2026 | 18 Uhr | in Präsenz

Hansa-Haus, Brienner Straße 39 (Rückgebäude), 80333 München
MVV: U2-Halt Königsplatz

 

Friedensgebet der Religionen Weiterlesen »

Nach oben scrollen