Matthias Linnemann

Friedensgebet der Religionen

Das Friedensgebet der Religionen findet nach Abschluss der Sicherheitskonferenz am Sonntagabend statt: Juden, Christen, Muslime, Bahá‘i und Buddhisten beten für den Frieden. Sicher eine stimmungsvolle Gelegenheit, um am Ende des Sicherheitskonferenz-Wochenendes zur Ruhe zu kommen.

Termin: SO, 16.02.2025, 18.30 Uhr
Ort: Pfarrzentrum St. Bonifaz, Karlstr. 34, München-Maxvorstadt (U-Bahn Station Königsplatz)

Weitere Informationen finden Sie hier: Friedensgebet der Religionen – Münchner Friedenskonferenz

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Unser Munich Peace Meeting 2024

Das 6. Munich Peace Meeting (MPM), initiiert und organisiert von MSKv, hat am 29.11.2024 stattgefunden. Die Teilnehmer:innen aus den Bereichen Friedenswissenschaft, Friedensbewegung und Friedensarbeit haben sich mit Dr. Benedikt Franke und weiteren Vertreter:innen der MSC zu aktuellen sicherheits- und friedenspolitischen Herausforderungen ausgetauscht.

Gemeinsam wurden konkrete Vorschläge für die Konferenz 2025 erarbeitet. Wir sind sehr gespannt, welche Aktivitäten MSC daraus abgeleitet hat.

Einen kurzen Bericht zum MPM 2024 finden Sie hier: MPM_2024

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Denkmail Nr. 45 zur MSC-Schrift „Aber die NATO – 10 populäre Mythen über Putins Krieg gegen die Ukraine“

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) veröffentlicht fundierte Publikationen zur Darlegung der militärisch basierten Außen- und Sicherheitspolitik der NATO-Staaten. Konferenzleiter Christoph Heusgen hat uns bei unserem letzten Gespräch auf die jüngste Veröffentlichung „Standard Deviation“ hingewiesen, die sich mit Doppelstandards und Doppelmoral des „Westens“ befasst. Und das für die MSC in erstaunlich kritischer Weise, auch wenn die Verstöße gegen Wertvorstellungen der UN-Charta nicht hinreichend konkret benannt werden.

Ganz anders die Schrift „Aber die NATO – 10 populäre Mythen über Putins Krieg gegen die Ukraine“, sowohl in Aufmachung als auch inhaltlichen Aussagen. Sie soll wohl eine Art Kampfschrift gegen die Mythen und Verschwörungstheorien von Extremisten und Populisten sein, die diese in „den emotional geführten Diskussionen“ vorbringen. Politik und Öffentlichkeit seien „im Umgang mit Krieg noch nicht geübt“, deshalb die Kampagne „Zeitenwende on tour“, zu deren Begleitung diese Schrift verfasst wurde, so die Autoren.

Damit diese Einübung in den Umgang mit Krieg auch möglichst schlagkräftig wirkt, bedient sich die Schrift einer eindeutigen Schwarz-Weiß-Darstellung: Dualistisch wird jeder der 10 Mythen-Behauptungen entgegengestellt, was richtig ist. Dafür genügen jeweils eineinhalb Seiten Aufklärung mit Behauptungen und durchaus auch emotionalen Aussagen, alles mit wenig und fragwürdigem Quellenbezug (z.B. Zeitungsartikel). So einfach ist das scheinbar!

Dass ein Kriegsgeschehen immer äußerst komplexe Hintergründe hat, eine Konfliktgenese, die historisch oftmals noch gar nicht aufgearbeitet ist, und dass ein schablonenhaftes Freund-Feindschema ohne Berücksichtigung vielschichtiger Einflussfaktoren und unterschiedlicher Akteure untauglich ist, erscheint eigentlich trivial. Noch dazu bei einem Konflikt, der mit der Konstellation von atomaren Weltmächten zusammenhängt. Das mittlerweile dominante „Zeitenwende-Narrativ“, von der westlichen Politik und den Medien ständig wiederholt, stellt deshalb keineswegs die unumstößliche Wahrheit dar und kann gleichermaßen als Mythos gewertet werden.

Auf der MSC müsste eine vertiefte Diskussion dieser Zusammenhänge, faktenbasiert und mit rationaler Argumentation und unter Einbeziehung verschiedener Standpunkte geführt werden, um den Mythen jeglicher Provenienz zu begegnen.

Wie sehen Sie das? Halten Sie eine derartige Diskussion für sinnvoll? Wir freuen uns über ihre Meinung!

Mit friedvollen Grüßen
Erwin Schelbert

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Wir trauern um Mechthild Schreiber, die Ehrenvorsitzende unseres Vereins

 

 

 

Mechthild Schreiber war unserem Verein, auch wenn sie nicht zu den Gründungsmitgliedern gehörte, von Anfang an sehr ver­bun­den.

Bei der Mitgliederversammlung am 27.03.2015 wurde sie formal als Mitglied aufgenommen und bei der Mitgliederversammlung am 27.03.2017 in den Vereinsvorstand gewählt. Sie gehörte dann dem Vorstand ohne Unterbrechung bis zur Mitgliederversammlung am 13.04.2024 an, bei der sie einstimmig zur Ehrenvorsitzenden des Vereins  gewählt wurde.

Von ihren vielfältigen wichtigen Beiträgen zu unserem Verein möchte ich hier nur einige ihrer letzten erwähnen: Für die Feier zum 20-jährigen Jubiläum unseres ersten „Aufrufs zur Veränderung der Sicher­heits­konferenz“ im April 2024 hat sie sich maßgeblich in die Vorbereitung eingebracht und diese Veran­staltung dann auch moderiert. Zuletzt konnten wir uns im Juli 2024 bei ihr auf der Terrasse zu einem gemütlichen Abend mit politischen Diskussionen treffen. Vor einigen Tagen ist Mechthild im Alter von 94 Jahren – für uns doch überraschend plötzlich – verstorben.

Mechthild war – mit ihrem Soziologie-Studium und ihrer intensiven Beschäftigung mit Frauenforschung und Feminismus – eine kluge und vielseitig informierte Frau. Wir verlieren eine sehr glaubwürdige Pazifistin, eine mutige und aufrechte Kämpferin für die Sache des Friedens. Ihre enga­gierten Beiträge werden uns sehr fehlen!

Im Februar 2021 schrieb Mechthild in einem ihrer regelmäßigen Beiträge zu unserer jährlichen Projektzeitung – was sie zuvor auch beim Gespräch mit dem MSC-Konferenzleiter W. Ischinger sehr glaubwürdig vorgetragen hatte:
„Ich weiß, was Krieg bedeutet, habe ich ihn doch als Kind leidvoll erfahren: Das Heulen der Sirenen, das uns aus dem Schlafe riss, das Donnern der FLAK, der Flieger-Abwehr-Kanonen, die bangen Stunden im Keller bei den Fliegerangriffen: trifft es uns diesmal? Oder kommen wir noch davon? Die Brandbomben, die eines Nachts dann auch tatsächlich unsere Wohnung in Berlin, das vertraute Zuhause meiner Kind­heit, zerstörten; der Verlust meines Vaters, der von einem Gang zu unserm Pfarrer nie wieder zurück­kehrte und von dessen Verschleppung und Sterben in einem polnischen Gefangenenlager meine Mutter und ich erst nach zwei Jahren erfuhren… So hieß es dann im Volk lange Jahre: „Nie wieder Krieg!“ Und heute kann es nur heißen: „Si vis pacem para pacem!“ Wenn du Frieden willst, bereite den Frieden vor!“

Weitere Informationen zu Mechthilds Leben und ihrem Engagement können über die folgenden Links abgerufen werden:

In memoriam Mechthild Schreiber, Friedensaktivistin

forumZFD – Abschied von einer Friedenskämpferin

Hartnäckig zuhören

Kulturstammtisch mit Mechthild Schreiber

Die Mitglieder der Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ e.V. werden sich immer gern an ihre langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Mechthild Schreiber erinnern.

Mechthild, wir werden dich vermissen!

München, 11.10.2024

Thomas Mohr
Vorsitzender

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10.10.2024: „Sicherheit neu denken“ – ein Konzept für Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit.

Im Rahmen der diesjährigen münchner Friedenswochen lädt die Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern e.V.“ ganz herzlich zur Präsentation mit anschließender Diskussion ein:
Do. 21.11. – 19:00 Uhr, EineWeltHaus, Raum 108

mit:  Erwin Schelbert, Gudrun Haas, Markus Brunnhuber, Hubert Heindl
Veranstalter:  Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern e.V.“

Weitere Informationen finden Sie hier:

 

 

 

 

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04.09.2024: Denkmail Nr. 44 – Eine unbewohnbare Erde oder ein „Jahrhundert der Toleranz“ (R.D. Precht)?

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

bei unserem ersten Treffen mit MSC-Leiter Botschafter Christoph Heusgen im März 2022 wurde deutlich, dass ihm – gerade als ehemaligem Vertreter Deutschlands im UN-Sicherheitsrat – die Normen des Völkerrechts und eine werteorientierte internationale Politik ein großes Anliegen sind.

Mit der Frage, wie eine wertegeleitete Außenpolitik wirksam werden kann, befasst sich Richard David Precht in seinem aktuellen Buch „Jahrhundert der Toleranz“. Er schließt sich den Appellen der Wissenschaft an, dass die Verhinderung der Klimakatastrophe das Hauptthema der Politik werden muss, damit Menschen auch noch im 22. Jahrhundert ein lebenswertes Leben auf der Erde führen können. Dafür ist eine gemeinsame Anstrengung der Menschheit existentiell notwendig. Ein weiteres Jahrhundert der Eskalation, der Aufrüstung und der Weltkriege können wir uns nicht mehr leisten! Es wäre das Ende menschlichen Lebens.

Precht hinterfragt die Behauptungen einer „systemischen Rivalität“ zwischen dem Westen und China und des „Kampfes der Demokratien gegen die Autokratien“. Er weist daraufhin, wie leicht wir in Freund-Feind-Denken – wir, die Guten, gegen die bösen Anderen – verfallen und wie selektiv wir autokratische Regime bewerten, je nachdem ob sie mit uns, dem Westen, zusammenarbeiten. Und Precht betont, wie wenig vor allem im Globalen Süden das Predigen von „westlichen Werten“ überzeugen kann, wenn sich dieser Westen selbst so oft nicht an diese Normen gehalten hat – und hält! Allzu oft schiebt der Westen Werte vor, wo es in Wirklichkeit um eigene Interessen geht. Stattdessen wäre der Blick auf das gemeinsame Wertefundament der Kulturen – z.B. „Weltethos“ nach Hans Küng – und eine globale Zusammenarbeit auf Augenhöhe notwendig.

Ich meine, mit seinen – hier nur angerissenen – Thesen könnte Precht einen wichtigen Beitrag auf der Bühne der MSC im nächsten Februar leisten. Das möchte ich Herrn Heusgen bei unserem Online-Gesprächstermin nächste Woche gerne mitteilen.

Was meinen Sie zu diesem Vorschlag?

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mohr
Vorsitzender Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ e.V.
Vorsitzender gewaltfrei grün e.V.

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08.07.2024: Denkmail Nr. 43 – Das Friedensgutachten 2024 – im Dienst der Kriegslogik?

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

„Welt ohne Kompass“ ist das neue Friedensgutachten (FGA) der vier führenden Friedensforschungsinstitute tituliert. Das zumindest erscheint eine sehr zutreffende Analyse zu sein.

Auch zu konstatieren, dass das Jahr 2023 einen traurigen Rekord an Kriegen bzw. Konflikten und einen irrsinnigen Höchstwert von 2,4 Billionen Dollar weltweiter Rüstungsausgaben aufweist, darüber hinaus aber auch das bisher klimatisch heißeste Jahr war, ist sicher richtig und wichtig.

Nicht genug: Vor Europas Haustür toben zwei sinnlose, mörderische Kriege in der Ukraine und in Gaza, in die auch wir verwickelt sind.

Müsste in dieser Situation von der Friedensforschung nicht ein deutlicher Impuls für ein Ende der Gewalt ausgehen, ein unabdingbarer, klarer Wegweiser zu einem Frieden, der eine radikale Abkehr von der bisherigen Kriegslogik voraussetzt? Weil Gewalt und Hass und Aufrüstung nur immer eine Spirale neuer Gewalt hervorrufen?

Statt dessen heißt es in den Empfehlungen des Gutachtens: „Um im Krieg in der Ukraine Verhandlungen zu ermöglichen, muss die militärische Unterstützung der Ukraine nachhaltig gewährleistet werden und steigen.“ Und nachdem die USA voraussichtlich ihre Unterstützung verringern, wird gefordert: „Diesen Rückgang muss Europa auffangen, und das heißt auch, dass es seine Rüstungskapazitäten zügig steigern muss.“

Das ist das gleiche militärische Sicherheitsdenken, das seit Jahren auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) von den führenden Repräsentanten der hochgerüsteten Staaten verkündet wird. Deren Leiter, Christoph Heusgen, gibt dazu den Ton an: „Wir müssen zurückkommen zu einer gewissen Logik, wie wir sie im Kalten Krieg hatten“, und er meint, die westlichen Staaten auffordern zu müssen „ihre militärische Unterstützung für die Ukraine auszubauen“, der Westen müsse bei seiner militärischen Hilfe „aufs Ganze gehen“.

Das passt in die allgemeine politische und gesellschaftliche Kriegshysterie einer so genannten „Zeitenwende“.  Der Soziologe Andreas Reckwitz sieht darin ein „zunehmendes Freund-Feind-Denken“, „überall gibt es eine neue Kultur der Unerbittlichkeit“.

Sollten wir da unsere frühere Forderung, die Empfehlungen des FGAs auf der MSC prominent zu diskutieren, überhaupt noch aufrecht erhalten? Oder jetzt gerade erst recht?

Was meinen Sie dazu? Wir freuen uns über Ihre Sichtweise!

Mit friedvollen Grüßen
Erwin Schelbert
Gründungsmitglied MSKverändern e.V.
Studiengesellschaft für Friedensforschung

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10.12.2023: Denkmail Nr. 40

Liebe Friedensbewegte,

„Durch eine hochgerüstete Armee, durch immer mehr Abschottung und Überwachung gibt es nicht mehr Sicherheit für Israel. Das ist die Lehre des furchtbaren Terrors vom 7. Oktober.“, so ein ARD-Kommentar vom 25.10.2023.

Die Combatants for Peace, ehemalige Kämpfer*innen aus Israel und Palästina, formulieren: „Da wir Teil dieses jahrhundertealten gewaltsamen Konflikts sind, kennen wir seinen Preis und seine Vergeblichkeit. Mehr als je zuvor in der Vergangenheit behaupten wir heute: Es gibt keine militärische Lösung für den Konflikt; Gewalt erzeugt Gewalt; Rache schürt Rache.“

Gideon Levy von der israelischen Tageszeitung Haaretz hat dies im Tagesthemen-Interview am 7.11.2023 so ausgedrückt: „Eine Perspektive für die Zukunft gibt es nur, wenn die internationale Gemeinschaft sich an Israel und an die Palästinenser wendet, um zu sagen ‚Genug ist genug. Jetzt ist es Zeit für eine Lösung.‘ Man braucht etwas, was grundlegend gerecht auch für die Palästinenser ist. Sonst werden wir niemals sicher sein.“

Auch Russland scheitert aktuell mit seinem Krieg in der Ukraine an seiner militärischen Sicherheitslogik. Doch auch die Ukraine und die NATO sind damit gescheitert, über eine weitere Ausbreitung der NATO nachhaltige Sicherheit zu gewährleisten.

Wir können jedoch aus den Erfahrungen im Nahen Osten, in der Ukraine, in Afghanistan und Mali sowie aus positiven Erfahrungen in Kenia, Somalia und anderswo lernen.

Deutschland sollte seine Kraft einsetzen für die nachhaltige Überwindung der Spiralen aus Trauma und Gewalt durch gemeinsame Sicherheitsstrukturen – im Nahen Osten in Form einer Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten (KSZMNO).

Als Initiative Sicherheit neu denken haben wir diese und weitere Impulse „Sicherheits-Strukturen neu denken“ in einem aktuellen Papier veröffentlicht, das sich auf unserer Homepage sicherheitneudenken.de findet.

Wir freuen uns auf Ihre Zustimmung und/oder Ihre Anregungen: Finden Sie auch, dass diese Impulse die MSC bereichern würden? Schreiben Sie gerne eine E-Mail an vorstand@mskveraendern.de

Mit herzlichem Gruß

Ralf Becker

Koordinator der Initiative Sicherheit neu denken

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