Neben den regelmäßigen Projektzeitungen und unseren Papieren mit grundlegenden Überlegungen zur Umgestaltung der Münchner Sicherheitskonferenz finden Sie hier auch unsere Denkmails der letzten Zeit.
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Beobachterinnenberichte MSC 2026
In diesem Jahr haben Dr. Inga Blum / IPPNW und Natalia Jagolski / Universität Leiden für MSKv die Münchner Sicherheitskonferenz besucht. Hier ihre spannenden Berichte:
Beobachterinbericht Dr. Inga Blum
Beobachterinbericht Natalia Jagolski
Zusätzlich zum intensiven Netzwerken konnten die beiden MSC-Beobachterinnen ihren Konferenzbesuch nutzen, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen:
Inga Blum hat sich mit einem Statement zu Atomwaffen in die Panel Diskussion „Under Reconstruction: A World Order for the Next Generation“ eingebracht.
Panel Diskussion A World Order for the Next Generation
(das Statement ist ab Minute 25:00 zu sehen)
Für die Organisation „Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) hat Inga Blum zudem einen (englischsprachigen) Konferenzbericht erstellt:
Arms over norms: Military budgets given priority at security conference
Natalia Jagolski wurde während der Konferenz von BBC News für ein Interview angefragt. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir dieses Interview leider nicht zeigen.
Die Tageszeitung „nd“ hat in ihrem Artikel zur MSC 2026 ausführlich über die Aktivitäten von MSKv berichtet. Dr. Thomas Mohr und Dr. Inga Blum wurden zitiert, Natalia Jagolski namentlich erwähnt. Hier der Link zum Artikel:
Ist die »Waffenbörse« reformierbar?
Hinweis zur Bezahlschranke: „nd“ gehört zu den finanziell angeschlagenen Zeitungen. Wenn man möchte, kann man den Artikel dennoch kostenlos lesen. Es gibt neben den klassischen Abos bei „nd“ aber auch die Möglichkeit, einen einmaligen Betrag zu zahlen.
Projektzeitung Nr. 21 zur MSC 2026
Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,
die neue Ausgabe unserer Projektzeitung wurde wieder pünktlich zur Münchner Sicherheitskonferenz fertig. Die letzten Monate waren politisch sehr turbulent. Es war herausfordernd, die letzten geopolitischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Wir sind sicher, dass es uns wieder gelungen ist, eine spannende und informative Projektzeitung zu veröffentlichen. Hier ein kleiner Vorgeschmack:
„… was sind das für verrückte Zeiten, in denen menschliche Sicherheit mehrheitlich nur noch in Stärke, Macht, Überlegenheit bei Waffen und im gefährlichen Droh– und Abschreckungspotenzial gesehen wird? Ist das Konzept der „gemeinsamen Sicherheit“ miteinander, statt gegeneinander (Olof Palme), völlig der Kriegslogik geopfert worden? Neben dem Leitartikel (→ S. 1), der sich für eine internationale Friedensbewegung ausspricht, wird auch in den anderen Beiträgen aufgezeigt, wie gefährlich die militärische Eskalation in Europa und USA (→ S. 7), aber auch in Gaza (→ S. 5) ist. Hat in dieser geradezu hysterischen Atmosphäre des Waffenrausches, wo viele Länder ihre Rüstungsausgaben nahezu verdoppeln, eine Stimme, die zur „Gewaltfreiheit“ aufruft (→ S. 11), überhaupt noch eine Chance, gehört zu werden? Müssten wir nicht alle friedenstüchtig werden, statt kriegstüchtig , um die existenziellen Probleme der Menschen gemeinsam zu bewältigen? Fabian Scheidler zeigt diese Dringlichkeit in seinem Buch „Friedenstüchtig“ (→ S. 15) auf und deshalb müsste es vor allem schon in den Schulen besprochen werden, statt die Bundeswehr in den Unterricht zu holen (→ S. 6). Dabei könnte auch analysiert werden, wie sehr unsere sogenannte „regelbasierte Ordnung des Westens“ (→ S. 13) auf Lügen und Doppelmoral aufgebaut ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Friedensbewegung wieder erstarkt, um gegen neue Mittelstreckenwaffen (→ S. 14) und die Militarisierung auch der Zivilgesellschaft aufzustehen. Sind Sie dabei? Ihre Meinung dazu ist uns wichtig!“
Lassen Sie sich diese Ausgabe auf keinen Fall entgehen!
Hier gelangen Sie direkt zur Projektzeitung: 
… und hier geht es zur englischen Fassung: 
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen zu unserer neuen Projektzeitung.
Newsletter Nr. 25 zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026
Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,
vom 13.-15.2.2026 wird die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) stattfinden. Vor fast genau einem Jahr hat der US-amerikanische Außenminister Vance im Bayerischen Hof eine – vorsichtig formuliert – kontroverse Rede gehalten. Es wird inzwischen mehr als deutlich, dass die US-Administration mit allen Mitteln an der unipolaren Weltordnung festhalten wollen. Beziehungen zu langjährigen „Partnern und Freunden“ in Europa und im direkten Umfeld (insbesondere Kanada) werden in Frage gestellt. Internationales Recht spielt bei der (oft gewaltsamen) Durchsetzung von US-Interessen so gut wie keine Rolle mehr. Es wird gedroht und erpresst, egal, ob es sich um NATO-Bündnispartner oder um Venezuela und den Iran handelt. Während in Caracas bereits militärisch vorgegangen wurde, und ein militärisches Eingreifen im Iran nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, ist die EU noch mal mit einem „blauen Auge“ davongekommen. US-Präsident Trump hat es sich aber nicht nehmen lassen, Dänemark und somit der EU mit dem Einsatz von Militär zu drohen („military force is always an option“), sollte aus Sicht der USA kein akzeptabler „Deal“ zu Grönland abgeschlossen werden können. Keine gute Perspektive für die kommenden drei Jahre.
Russland setzt den völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine fort. Die Angriffe auf die Energie-Infrastruktur machen der Ukraine zu schaffen. Der harte Winter trägt zur Verschlechterung der Lebensumstände vieler UkrainerInnen bei. Trump hat die Zwischenwahlen im November im Blick und will den Krieg möglichst bis zum Sommer beenden. Derzeitiger Ansatz: Den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die Forderungen Moskaus nach Gebietsabtretungen einzulassen. Weiterhin völlig ungeklärt bleiben die Punkte Sicherheitsgarantieren für die Ukraine, die Einrichtung von entmilitarisierten Pufferzonen, aber auch der Umgang mit dem Atomkraftwerk Saporischschja. Es sieht trotz derzeit stattfindender Gespräche nach wie vor nicht nach einem baldigen Ende dieses Krieges aus.
Der Krieg in Israel/Palästina hat auf Seiten der Palästinenser zu besonders hohen Opferzahlen und massiver Zerstörung geführt. Die US-Administration hat vor einigen Monaten einen Waffenstillstand ausgehandelt, der insbesondere von Israel eher schlecht als recht eingehalten wird. Es gibt weiterhin fast täglich Tote in Gaza. Die USA haben eine Art Wiederaufbauplan für Gaza präsentiert, bei dem die PalästinerInnen allerdings so gut wie keine Rolle spielen.
Die EU ist auf internationaler diplomatischer Bühne weiterhin weitgehend unsichtbar. Das hat vor allem mit der Rolle zu tun, die ihr von den USA „zugeteilt“ wurde. Bleibt zu hoffen, dass sich die EU – und damit auch Deutschland – zukünftig mehr für Ausgleich und Konfliktlösung und weniger für Aufrüstung und Militarisierung einsetzt. Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat allerdings kürzlich erneut den Aufbau einer EU-Armee ins Spiel gebracht. Sie setzt Kurs auf die „Vereinigten Staaten von Europa“, um international eine größere Rolle spielen zu können. Für den Frieden in Europa verheißt das nichts Gutes.
Nach wie vor ist nicht klar, wann Jens Stoltenberg die Leitung der MSC übernehmen wird. Übergangsweise wird daher Wolfgang Ischinger wieder diese Position ausfüllen.
Das MSC-Wochenende wird sich vor allem um die „Regelbasierte internationale Ordnung“, Multilateralismus und die transatlantischen Beziehungen drehen. Die Mission der MSC lautet „Frieden durch Dialog“. Leider gerät diese Mission immer mal wieder in Vergessenheit: Während VertreterInnen der iranischen Regierung wieder ausgeladen wurden, hat der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, der zuletzt 1978 iranischen Boden betreten hat, eine Einladung erhalten. Nach letzten Pressemeldungen wird er an der MSC 2026 teilnehmen.
Matthias Linnemann, Co-Vorstand MSKv
Rund um die Münchner Sicherheitskonferenz 2026
Infos zu Veranstaltungen der Friedensbewegung, den Aktivitäten unseres Vereins auf der MSC 2026 und zu unserer aktuellen Projektzeitung finden Sie unter diesem Link